Warum der Weltkinderkrebstag wichtig ist
In Deutschland erkranken jedes Jahr rund 2.300 Kinder und Jugendliche neu an Krebs. Leukämien, Hirntumoren und Lymphome gehören zu den häufigsten Diagnosen, oft verbunden mit langen Krankenhausaufenthalten, intensiven Therapien und erheblichen körperlichen und seelischen Belastungen. Viele Kinder überleben ihre Erkrankung dank medizinischer Fortschritte, doch Spätfolgen, Ängste und Unsicherheiten begleiten Betroffene und Familien oft weit über die Akutbehandlung hinaus.
Was der SoVD Berlin-Brandenburg fordert
Als SoVD Berlin-Brandenburg stehen wir an der Seite der Kinder, Jugendlichen und ihrer Angehörigen. Wir setzen uns dafür ein, dass alle Betroffenen unabhängig von Einkommen, Herkunft oder Bürokratiehürden Zugang zu einer hochwertigen medizinischen Versorgung, zu sozialer Absicherung und zu wirksamen Unterstützungsangeboten haben. Kein Kind darf aus finanziellen oder verwaltungsrechtlichen Gründen schlechtere Chancen auf Behandlung, Rehabilitation, Teilhabe und Bildung haben.
Dazu fordern wir konkret:
- mehr niedrigschwellige psychosoziale Unterstützung für Familien – von der Diagnose an bis weit in die Nachsorge hinein, etwa durch Beratungsstellen, Familienhilfen und Entlastungsangebote,
- weniger Hürden und schnellere Entscheidungen bei Leistungen der Krankenkassen, der Rehabilitation und der Pflegeversicherung, damit notwendige Hilfsmittel, Reha-Maßnahmen und Pflegeleistungen ohne langwierige Auseinandersetzungen bewilligt werden,
- bessere Nachsorge- und Teilhabeangebote für ehemals erkrankte Kinder und Jugendliche, damit Schule, Ausbildung, Studium und soziale Teilhabe trotz möglicher Spätfolgen gelingen.
Ein starkes soziales Netz für betroffene Familien
Wenn ein Kind an Krebs erkrankt, stellt das das gesamte Leben der Familie auf den Kopf: Geschwisterkinder, alleinerziehende Eltern, Familien mit geringem Einkommen oder ohne stabiles soziales Umfeld geraten dabei besonders schnell an ihre Grenzen. Neben medizinischen Fragen spielen finanzielle Einbußen, berufliche Auszeiten, Fahrtkosten, Pflegeaufwand und der Kampf um Leistungsansprüche eine erhebliche Rolle. Der SoVD Berlin-Brandenburg macht sich dafür stark, dass sozialrechtliche Ansprüche bekannt sind und durchgesetzt werden – von der Kinderpflegschaftsleistung über Reha und Pflegegrade bis hin zu Leistungen der Eingliederungshilfe und schulischer Unterstützung.
Ein verlässliches soziales Netz bedeutet: Familien werden nicht allein gelassen, wenn sie Anträge stellen, Widersprüche einlegen oder mit Behörden verhandeln müssen. Es bedeutet auch, dass Kinder mit und nach einer Krebserkrankung die gleichen Chancen auf Bildung, gesellschaftliche Teilhabe und eine selbstbestimmte Zukunft haben wie andere Kinder.
Die goldene Schleife als Zeichen der Solidarität
Die goldene Schleife ist das weltweit anerkannte Symbol für Solidarität mit krebskranken Kindern und Jugendlichen. Gold steht für den unschätzbaren Wert eines Kinderlebens und für Mut, Stärke und Hoffnung im Kampf gegen den Krebs. Wer die goldene Schleife trägt, setzt ein sichtbares Zeichen: Kinder mit Krebs und ihre Familien gehören in die Mitte der Gesellschaft – mit all ihren Bedürfnissen, Sorgen und Rechten.
Wir rufen dazu auf: Tragen Sie die goldene Schleife, sprechen Sie über Kinderkrebs und unterstützen Sie Kinder und Familien in Ihrem Umfeld. Gemeinsam machen wir sichtbar: Kinder mit Krebs und ihre Familien brauchen ein starkes soziales Netz – am Weltkinderkrebstag und an jedem anderen Tag.
