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Friedensstatue "Ari"

Aktuelles

Die Friedensstatue "Ari" in Berlin-Moabit soll an die Kriegsverbrechen und die sexuelle Ausbeutung von Mädchen und Frauen durch das japanische Militär während des Asien-Pazifik-Krieges erinnern.

Sie steht zugleich als Symbol für das erlittene Leid der Betroffenen, sorgte jedoch schon kurz nach dem Aufstellen für politische Furore im Bezirk. 

Die Symbole der Friedensstatue "Ari" haben alle eine Bedeutung.

Ursprünglich war die Aufstellung der Statue als temporäre Kunst im öffentlichen Raum für ein Jahr genehmigt worden. Die Initiatorinnen der Arbeitsgruppe “Trostfrauen” im Korea Verband e.V., ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Berlin, der sich seit vielen Jahren für Menschenrechte, die Aufarbeitung von Kriegsgeschichte sowie gegen sexualisierte Gewalt engagiert. 

Immer wieder wurde der Verein aufgefordert, die Statue abzubauen. Letztlich gelang es den Frauen der AG mit breiter Unterstützung aus der Berliner Gesellschaft und vielen Frauenverbänden, den öffentlich zugänglichen Standort der Statue in Berlin-Moabit an der Ecke Birkenstraße/Emdener Straße zwischen von 2020 bis 2025 zu erhalten bzw. zu verteidigen. 

Nun konnte “Ari” am 22. Januar 2026 auf dem Gelände des ZK/U, Zentrum für Kunst und Urbanistik, gleich in unmittelbarer Nähe des alten Standortes wieder aufgestellt werden. Seit dem 22. Januar 2026 ist die Friedensstatue “Ari” für die Dauer eines Jahres zu Gast am Zentrum für Kunst und Urbanistik. Die Statue befindet sich weiterhin im Eigentum und unter der inhaltlichen Verantwortung des Korea-Verbands. 

Die Bedeutung der Friedensstatue     

Koreanische Tracht: Das Mädchen trägt eine koreanische Tracht (Hanbok), wie koreanische Mädchen es damals oft taten. Das Mädchen ist etwa 13–15 Jahre alt, so wie viele der ehemaligen “Trostfrauen”, als sie verschleppt wurden.  

Leerer Stuhl: Der leere Stuhl neben dem Mädchen hat drei verschiedene Bedeutungen. Er symbolisiert Leere und Verlassenheit, denn die Opfer verließen die Erde, ohne ihre Rechte wiederhergestellt zu bekommen. Zweitens wirkt er einladend. Betrachter*innen können sich daraufsetzen und nachdenken, wie sich die Mädchen damals gefühlt haben müssen.        

Die Haare: Koreanische Mädchen von damals pflegten ihre Haare behutsam und ließen sie nicht unbedacht kurz schneiden. Betrachtet man die Statue näher, sind die Haare wild durcheinander.     

Der Vogel: symbolisiert Frieden und Freiheit. Vögel fliegen hoch im Himmel, aber legen sich auch auf der Erde zur Ruhe. Insofern sind sie Vermittler zwischen den Lebenden auf der Erde und den Toten im Himmel. Der Vogel auf der Schulter des Mädchens weist darauf hin, dass die verstorbenen „Trostfrauen” nicht ganz hinübergegangen, sondern durch ihn immer noch mit uns verbunden sind.

Fäuste: Die geballten Fäuste des Mädchens symbolisieren ihren festen Entschluss, von nun an nicht mehr zu schweigen, sondern die Wahrheit zu erzählen.

Schatten: Der Schatten ist eine Repräsentation der verrinnenden Zeit. Schaut man genauer hin, so sieht man, dass der Schatten einer alten Frau gehört.

Schmetterling: Ein weißer Schmetterling sitzt inmitten des Schattens. Schmetterlinge symbolisieren die Wiedergeburt. Viele der betroffenen Frauen sind verstorben, ohne in ihrer Lebenszeit eine Entschuldigung der Täter zu hören.

Füße: Das Mädchen ist barfuß. Ihre Fersen hängen in der Luft. Obwohl der Krieg vorbei ist, sind die Mädchen noch nicht nach Hause zurückgekommen. Auch Mädchen, die heimkehrten, fühlen sich keinen Tag mehr zuhause.