Eine neue SoVD‑Umfrage zeigt, dass über 80 % der Menschen in Berlin und Brandenburg nicht mehr an eine ausreichende gesetzliche Rente glauben und die Sorge vor Altersarmut wächst.
Die von der Politik immer wieder forcierte Förderung der privaten Altersvorsorge ist dagegen längst nicht allen möglich. Die Umfrage zeigt, dass private Vorsorge für viele Menschen keine realistische Option darstellt, da sie nicht über die finanziellen Möglichkeiten verfügen, nur rund ein Drittel der Befragten können sich überhaupt eine private Altersvorsorge leisten.
Dazu sagt Armin Dötsch, Sprecher des SoVD-Landesvorstandes Berlin-Brandenburg: „Die Ergebnisse der Umfrage unterstreichen, dass die private Altersvorsorge nicht die Lösung für die steigende Altersarmut ist. Stattdessen braucht es eine Stärkung der gesetzlichen Rente. Das gilt besonders für Ostdeutschland, wo die betriebliche Altersvorsorge weniger verbreitet ist."
Die Bevölkerung ist tiefgreifend verunsichert, auch dadurch, das die gesetzliche Rente gezielt schlecht geredet wird. Sie ist jedoch deutlich besser als ihr Ruf und hat sich in Krisenzeiten als stabil, verläßlich und solidarisch erwiesen und bildet nach wie vor das Rückgrat der Alterssicherung in Deutschland. Daher muß die gesetzliche Rente gezielt gestärkt werden, damit die Menschen wieder Vertrauen in eine verlässliche Alterssicherung haben.
Auch hat die Umfrage gezeigt, daß sich die Menschen strukturelle Reformen wünschen mit einer breiteren Finanzierungsbasis. 70 Prozent sprechen sich dafür aus, zur langfristigen Finanzierung alle Erwerbstätigen einzubeziehen. Gleichzeitig muss das Rentenniveau stabilisiert und perspektivisch angehoben werden.
Aus Sicht des SoVD ist eine verlässliche Alterssicherung nicht nur eine soziale Frage, sondern auch eine Frage des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Damit die gesetzliche Rente den Lebensstandard im Alter tatsächlich sichern kann, müssen die Renten künftig höher ausfallen. Voraussetzung dafür ist auch ein starker und inklusiver Arbeitsmarkt mit guten Löhnen und stabilen Erwerbsbiografien.
Civey hat für den SoVD vom 24.03. bis 31.03.2026 online 2.500 Bundesbürgerinnen und Bundesbürger zwischen 18-67 Jahren ohne Rentner*innen, Beamt*innen und Selbstständige befragt. Die Ergebnisse sind aufgrund von Quotierungen und Gewichtungen repräsentativ unter Berücksichtigung des statistischen Fehlers von 3,6 Prozentpunkten beim jeweiligen Gesamtergebnis. Weitere Informationen zur Methodik finden Sie hier: https://civey.com/unsere-methode

