Bezahlbaren und barrierefreien Wohnraum schaffen und schützen
Bezahlbarer Wohnraum wird in Berlin immer knapper. Darum braucht es einen entschlossenen Ausbau des sozialen und gemeinwohlorientierten Wohnungssektors, eine wirksame Begrenzung der Mietanstiege sowie klare Schritte gegen Spekulation und Zweckentfremdung.
Besonders von der Wohnraumknappheit betroffen sind Menschen, die auf barrierefreie Wohnungen angewiesen sind und keine Angebote finden, die zu ihren Bedürfnissen passen. Barrierefreiheit muss dabei verbindlich sein und ein Kataster über barrierefreien Wohnraum eingeführt werden. Ein gutes Wohnen in Berlin muss für alle möglich sein.
Schulen personell stark, sozial gerecht und inklusiv aufstellen
Bildungserfolg darf in Berlin nicht länger so stark von Herkunft, Einkommen oder Förderbedarf abhängen. Schulen brauchen mehr Lehrkräfte, Pädagogen und gezielte Unterstützung, insbesondere in sozial belasteten Stadtteilen. Regelungen im Schulsystem, die soziale Ungleichheit, zum Beispiel bei der Schulplatzvergabe, fördern, sind abzubauen.
Zugleich muss Inklusion verbindlich ausgebaut werden: mit barrierefreien Schulgebäuden, ausreichend Fachpersonal und individueller Förderung, damit gemeinsames Lernen für alle Kinder tatsächlich gelingt.
Gute Pflege- und Gesundheitsversorgung
Die Berliner Gesundheits- und Pflegeversorgung muss verlässlich, barrierefrei und menschenwürdig organisiert sein. Dazu gehören bessere Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte, eine gute personelle Ausstattung und der Abbau von Barrieren in Arztpraxen, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Wer krank, pflegebedürftig oder chronisch belastet ist, muss in Berlin eine verlässliche Gesundheitsversorgung erhalten.
Armut bekämpfen und Kindern echte Aufstiegschancen eröffnen
Berlin muss entschlossener gegen Armut in all ihren Facetten, etwa bei Kindern, älteren Menschen, Alleinerziehenden oder Erwerbslosen, vorgehen. Der Sozialbericht 2025 enthüllte das Ausmaß der Probleme und muss als Weckruf verstanden werden.
Vor allem Kinderarmut ist eine der größten sozialen Ungerechtigkeiten in Berlin. Jedes vierte Kind erlebt bereits am Anfang des Lebens schwere Einschränkungen in der sozialen Teilhabe. In den Bildungs- und Erwerbsbiografien zeigt sich, wie düster die Zukunftsaussichten von armutsbetroffenen Kindern sind.
Soziale Träger sind unverzichtbare Partner im Einsatz gegen soziale Problemlagen. Sie verdienen dafür Anerkennung und vor allem eine verlässliche Finanzierung.
Mobilität sozial, bezahlbar und alltagstauglich organisieren
Mobilität entscheidet darüber, ob Menschen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Für einen Großteil der Menschen in Berlin ist der ÖPNV unerlässlich. Er muss dringend hinsichtlich Taktung, Zuverlässigkeit und Barrierefreiheit verbessert werden. Nach dem gewaltigen Preisanstieg beim Sozialticket müssen weitere Preiserhöhungen verhindert werden.
Klar ist auch, dass es ein vielfältiges Mobilitätsangebot geben muss. Deshalb braucht es gut ausgebaute Fahrrad- und Fußgängerwege. Um sie freizuhalten, sollte die Abschaffung des Free - Floatings von E-Scootern vorgezogen werden.
Der Umstieg zu klimafreundlichen Mobilitätsformen muss sozial gerecht stattfinden und nicht nur für Besserverdienende erschwinglich sein.
Bevölkerungsschutz ernst nehmen und sozial ausrichten
Hitzewellen, Krisenlagen und Evakuierungen treffen nicht alle Menschen gleichermaßen. Besonders gefährdet sind unter anderem Senioren, Pflegebedürftige, Menschen mit Behinderung, chronischer Erkrankung oder geringem Einkommen. Berlin braucht deshalb einen Bevölkerungsschutz, der vulnerable Gruppen von Anfang an mitdenkt – mit wirksamem Hitzeschutz, barrierefreien Warn- und Informationssystemen, erreichbaren Schutzräumen und verlässlichen Hilfestrukturen im Notfall.
Inklusion in Berlin konsequent umsetzen
Inklusion muss in Berlin als Querschnittsaufgabe verstanden werden. Das bedeutet: Öffentliche Angebote, Verwaltung, Infrastruktur und soziale Leistungen müssen so gestaltet sein, dass alle Menschen gleichberechtigt teilhaben können. Eine inklusive Stadt entsteht nur, wenn Barrieren systematisch abgebaut und Betroffene bei Planung und Umsetzung konsequent einbezogen werden.
Die seit 2009 rechtsverbindlichen UN-Behindertenrechtskonvention sind in Berlin immer noch nicht umgesetzt. Das Landesbehindertengesetz muss dringend gestärkt werden.
Gleichstellung voranbringen und Gewalt gegen Frauen bekämpfen
Frauen erfahren auch in Berlin strukturelle Benachteiligung und eine ungleiche Verteilung von Sorgearbeit. Programme zur Gleichstellung und Familienförderung müssen ausgebaut werden.
Besonders alarmierend ist der Anstieg von Gewalt gegen Frauen. Berlin muss diese Realität mit einer konsequenten Strafverfolgung ernst nehmen und Schutzräume, Beratungsangebote und wirksame Prävention verlässlich sichern.
Sozialverband Deutschland (SoVD) Landesverband Berlin-Brandenburg e. V.
Der Sozialverband Deutschland (SoVD) Berlin-Brandenburg ist eine starke Gemeinschaft mit rund 10.000 Mitgliedern aus beiden Bundesländern. Unabhängig von parteipolitischen und weltanschaulichen Interessen ist der SoVD generationsübergreifend für alle Menschen offen und setzt sich für die Rechte sozial benachteiligter Menschen ein.
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Berlin, 10.08.2026


