Umso erschreckender ist es, das ein Fünftel der Berliner Grundschüler auch nach dem Schulschwimmenpflichtunterricht, der im Lehrplan steht, nicht schwimmen kann. Berlinweit konnten zuletzt 20,6 Prozent der Drittklässler*innen nach dem Pflichtunterricht nicht schwimmen. Vor der Pandemie waren es rund 16 Prozent, durch den Bewegungsmangel während der Pandemie haben sich die motorischen Fähigkeiten auch noch verschlechtert, die Bäder schlossen und der Schwimmunterricht fiel aus.
Auch in Brandenburg ist die Nichtschwimmer-Quote besorgniserregend hoch. Landesweite Erhebungen zeigen, dass mehr als jeder dritte Schüler (ca. 41 Prozent) nach den Grundschul-Schwimmkursen nicht mindestens das Niveau für das Schwimmabzeichen in Bronze erreicht hat.
Die Fähigkeit zu schwimmen ist eine elementare Kulturtechnik, die Auswirkungen auf zahlreiche Lebensbereiche hat, aber das Schulschwimmen alleine reicht nicht aus zum Erlernen dieser Technik sagen Schwimmlehrer*innen und kommt im Kindesalter zu spät. Fachleute fordern seit Jahren eine gemeinsame Wassergewöhnung von Kita-Kindern und Erstklässlern.
Wer sich einen teuren privaten Schwimmkurs nicht leisten kann, bleibt in Sachen Schwimmen schnell auf der Strecke. Gerade Kinder aus einkommensschwachen Haushalten erreichten sichere und niedrigschwellige Schwimmangebote zu selten.
In der rbb Abendschau wurde das brisante Thema, daß fast jedes fünfte Berliner Kind die dritte Klasse als Nichtschwimmer verläßt, aufgegriffen und dabei beleuchtet, wie sehr das Seepferdchen zur Klassenfrage geworden ist.
https://www.ardmediathek.de/video/rbb24-abendschau/seepferdchen-als-klassenfrage/rbb/
Quelle rbb Abendschau vom 09.06.2026
