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Treffpunkt Wilmersdorf: Mitgliedertreffen mit frauenpolitischen Themen

Verbandsleben

Zu der Mitgliederversammlung im April hat der "Treffpunkt Wilmersdorf" wieder einmal einen Gast eingeladen: Heike Roß-Ritterbusch, Ehrenamtskoordinatorin des SoVD-Landesverbandes – auch als ehrenamtliche Frauensprecherin im Ortsverband Stadtverband Berlin-Ost aktiv –gab einen aktuellen Überblick zu den frauenpolitischen Aktivitäten und Themen des SoVD.

Heike Roß-Ritterbusch referierte über aktuelle frauenpolitischen Aktivitäten und Themen des SoVD.

In gemütlicher Runde bei Kaffee und Kuchen informierte Heike Roß-Ritterbusch die Teilnehmer*innen über eine Vielzahl gleichstellungs- und frauenpolitischer Themen, die innerhalb der sozialpolitischen Aktivitäten des SoVD, einen wichtigen Raum einnehmen. 

Der März ist traditionell der Frauenmonat im SoVD und wurde diesmal von mehreren öffentlichkeitswirksamen Aktionen begleitet. Am 27. Februar, dem Equal Pay Day, wurde auf die in vielen Bereich noch existierende Lohnlücke zwischen Frauen und Männern hingewiesen, die sich übrigens nicht nur auf dem ersten Arbeitsmarkt, sondern auch in den Werkstätten für Menschen mit Behinderungen wiederfindet. 

Am 1. März folgte der Equal Care Day, der deshalb frauenpolitisch so wichtig ist, weil Frauen nicht nur ca. viermal so viel unbezahlte Sorgearbeit leisten wie Männer, im Haushalt, bei der Familienarbeit sowie Kinderbetreuung oder in der Pflege von Angehörigen, sondern weil Frauen deshalb auch später bei der Rente erhebliche Einbußen hinnehmen müssen. Frauen sind, trotz eines arbeitsreichen Lebens, deshalb viel stärker von Altersarmut betroffen, als Männer. 

Der SoVD engagiert sich aus diesem Gründen auch im „Bündnis Sorgearbeit Fair teilen“. Die Schaffung der strukturellen Voraussetzung für eine gleichberechtigte Vereinbarkeit von Familie und Beruf, für eine tatsächliche Gleichstellung im Beruf und die Verbesserung der sozialen Absicherung von Frauen, sind zentrale frauenpolitische Themenbereiche des SoVD. 

In diesem Zusammenhang berichtete Heike Roß-Ritterbusch auch von der wachsenden Anzahl wohnungs- und obdachloser Frauen in Berlin und Brandenburg. Von den aktuell etwa 55.656 betroffenen Menschen sind 40% (19.000) Frauen. Der SoVD-Landesverband versucht hier durch Spenden ganz praktisch zu unterstützen.

Ein weiterer frauenpolitisch relevanter Bereich ist das Gesundheitssystem. In Berlin wurde zur besseren Erforschung geschlechtsspezifischer Fragen in der Medizin und damit einer verbesserten Versorgung von Frauen, an der Charité im Jahr 2003 das „Institut für Geschlechterforschung in der Medizin“ gegründet. Unter anderem auch deshalb, weil Berlin die größte Weltmetropole in der Europäischen Union ist und damit eine Führungsrolle bei der Frauen- bzw. Gendermedizin übernehmen könnte. Prof. Dr. med. Mandy Mangler ist eine führende Berliner Gynäkologin und Chefärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, sie setzt sich seit langem genau dafür ein.

Der Nachmittag bot alles in allem nicht nur eine Vielfalt an Informationen, sondern es entwickelte sich daraus auch eine rege Diskussion und ein wunderbarer Austausch unter allen Teilnehmenden.