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Frauenstammtisch und Spaziergang zur Woltersdorfer Schleuse

Verbandsleben

Jeden 4. Sonnabend im Monat findet in Berlin im Restaurant "Ännchen von Tharau" der traditionelle Frauenstammtisch des SoVD Kreisverband Charlottenburg-Wilmersdorf, statt. Auch Männer sind immer herzlich willkommen. Mitglieder und Interessierte trafen sich zum leckeren Frühstück, plauderten miteinander, trafen sich am vielseitigen Buffet. Joachim Melchert wies darauf hin, das der SoVD genau an diesem Tag vor 109 Jahren, am 23. Mai 1917, zwar noch unter einem anderen Namen, gegründet wurde.

Die Liebesquelle

Nach interessanten Gesprächen fand dann der an das Frühstück folgende traditionelle Spaziergang mit Claudia & Dieter statt. Nicht alle wollten mit Spazierengehen, aber es fand sich ein Kreis von 12 Interessierten.

Dieses Mal ging es nicht in ein Museum oder einen anderen interessanten Ort in Berlin, sondern zur Woltersdorfer Schleuse. Die heutige Schleuse ist seit 1882 in Betrieb und wurde zuletzt 1998 aufwändig saniert. Sie verbindet den Kalksee auf der Rüdersdorfer Seite mit dem Flakensee auf der Erkneraner Seite und ist ein beliebtes Ausflugsziel.

Die Schleuse wurde mit der S-Bahn und der Straßenbahn, die direkt an der Schleuse endete, erreicht. Gerade war die Fahrbahn der Hebebrücke angehoben, so dass auf beiden Seiten die Autos warten mussten. Für Fußgänger gab es eine eigene Brücke, um den Schleusenvorgang gut beobachten zu können.

Auf der anderen Seite angekommen, teilte sich die Spaziergänger-Gruppe, ein Teil traute sich zu, den beschwerlichen bewurzelten Weg durch den Wald auf den  Kranichsberg, der andere Teil erreichte unser Ziel, den Aussichtsturm auf dem Kranichsberg, auf einem bequemeren Weg, jedoch mit vielen Treppen.

Der naturbelassene Weg der ersten Gruppe führte zunächst am Seeufer vorbei an einer Gruppe Schiffsmodellbauer, die ihre Boote über den See gleiten ließen, dann vorbei an der Liebesquelle.

Die Geschichte der Quelle geht weit zurück in die Vergangenheit und hat ihren Ursprung in einer Legende. Laut Überlieferung war die Liebesquelle einst ein beliebter Treffpunkt für verliebte Pärchen. Liebespaare, die von dem Quellwasser tranken, sollen demnach für immer miteinander verbunden geblieben sein. Daher ist es auch heute noch Brauch, gemeinsam mit dem Partner aus dem Quellrohr Wasser zu schöpfen und zu trinken. Jedoch war die Quelle zu unserem Bedauern 'versiegt'.

Vorbei an der Quelle ging es steil bergauf, unbefestigt, umrahmt von Bäumen und Sträuchern und vielen Baumwurzeln. Auch blühende wilde Erdbeerpflanzen und viele Wildkräuter säumten unseren Weg. Am Aussichtsturm trafen wir wieder alle zusammen und ruhten sich an den dort aufgestellten Bänken und Tischen aus. Leider war der Aussichtsturm nicht geöffnet, so dass man weder den Weitblick bis nach Berlin genießen konnte noch die im Inneren des Turms befindliche Ausstellung, die der Stummfilmära der 1920er Jahre gewidmet ist, besichtigen konnte. Dort können Besucher Requisiten, Bruchstücke alter Kulissen sowie historische Fotos und Dokumente aus der Blütezeit der dortigen 'Filmstadt' bestaunen, seinerzeit als 'märkisches Hollywood' ein wichtiges Zentrum der deutschen Filmindustrie. Zu den berühmtesten Werken, die dort gedreht wurden, gehören der achtteilige Abenteuerfilm 'Die Herrin der Welt' (1919) und der Monumentalfilm 'Das indische Grabmal' (1921, Drehbuch von Fritz Lang).

Der Abstieg vom Kranichsberg ging nun für alle über den bequemen Weg über die natürlich gehaltenen Stufen zurück an das Seeufer, wo wir sich die “Spaziergänger” einen Biergarten am See aussuchten, um sich zu erfrischen. Nach netten Unterhaltungen, auch mit anderen Gästen, spazierten die Gruppe zunächst am Ufer des Flakensees, genossen den traumhaften Blick über den See und das emsige Treiben am Ufer, um dann mit Straßenbahn und S-Bahn wieder nach Berlin zurückzufahren. Es war für alle wieder ein wunderschöner und ereignisreicher Tag.

Gemütliches Frühstück und spannender Spaziergang