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Ausflug mit Historie zum Bayerischen Platz

Verbandsleben

Der Spaziergang mit Claudia und Dieter führte SoVD-Mitglieder und Interessierte am letzten Samstag im August in das historische Bayerische Viertel in Berlin-Schöneberg, wo man sich mit einem pensionierten Geschichtslehrer und Historiker traf.

Der Bayerische Platz in Berlin-Schöneberg wurde 1908 angelegt und hat eine bewegte Geschichte als gehobenes Wohnquartier, es war ein Zentrum des jüdischen Geisteslebens sowie ein Ort der Ausgrenzung und des Gedenkens.

Das Bayerische Viertel wurde zwischen 1906 und 1910 von den jüdischen Unternehmern Salomon und Georg Haberland nach modernen Standards erbaut.

In den 1920er-Jahren galt das Viertel als „Industriegebiet der Intelligenz“ oder „Jüdische Schweiz“, da viele bekannte Persönlichkeiten hier lebten – darunter Albert Einstein, Erich Fromm, Gottfried Benn, Alfred Kerr, Inge Deutschkron, Erwin Piscator und Claire Waldoff.

Während der Führung durch das Viertel erfuhr die Gruppe viel über Vertreibung und Terror. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 begann die schrittweise Entrechtung, Ausgrenzung und Vertreibung der jüdischen Bewohner. Viele wurden deportiert und ermordet.

Seit 1993 erinnert das Kunstprojekt "Orte des Erinnerns" mit 80 Schildern an Laternenmasten im Viertel an die NS-Gesetze zur Diskriminierung jüdischer Bürger: es wurden Telefonanschlüsse von Juden von der Post gekündigt, Juden mussten ihre optischen Geräte, Fahrräder, Schreibmaschinen, Schallplatten und Radios abgeben, jüdische Kinder mussten separate Schulen besuchen und ihnen wurde das Spielen mit arischen Kindern untersagt. 

Im U-Bahnhof Bayerischer Platz informiert zudem eine Dauerausstellung über die einstigen Bewohner.

Auf dem Grundstück der ehemaligen Synagoge in der Münchener Straße befindet sich heute der Schulhof der Löcknitz-Grundschule. Zur Erinnerung wurde ihr ehemaliger Grundriss auf dem Schulhof durch Pfeiler und Zeichen sichtbar gemacht.
Dort steht auch eine von Schülern und Schülerinnen errichtete Mauer aus gelben, beschrifteten Steinen. Sie erinnert an die Jüdinnen und Juden, die in die Konzentrationslager deportiert und dort grausam ermordet worden sind.

Nach dem Rundgang und der Führung kehrten die Spaziergänger in das Cafe Haberland ein und nach einem weiteren Spaziergang ließ man sich in der Meraner Strasse in “Bachmanns Bar” bewirten. Die dort verschiedensten angebotenen Cocktails waren köstlich, unter Verwendung edelster Zutaten. Der Wirt Herr Bachmann konnte außerdem zur Unterhaltung viel Spannendes erzählen. 

Zum Abschluß des historischen und auch nachdenklichem Ausflug in das Bayerische Viertel in Berlin-Schöneberg trat jeder seinen Heimweg an. 

Ausflug Bayerische Viertel