Norman Asmus, Landesbehindertenbeauftragter des Landes Brandenburg, erklärt: „Für pflegende Familien werden fehlende Unterstützung und bürokratische Hürden schnell zum Teufelskreis. An Ende leidet die Teilhabe der ganzen Familie – etwa wenn sie ihre Arbeitszeit reduzieren oder ihre Erwerbstätigkeit gänzlich aufgeben müssen.
Die gesellschaftlichen Folgekosten sind deutlich höher als gezielte Investitionen in leicht zugängliche Unterstützungsstrukturen. Deshalb brauchen wir dringend weniger Bürokratie und möglichst viele staatliche Leistungen aus einer Hand wie beispielsweise durch eine inklusive Kinder- und Jugendhilfe. Erst dann werden wir dem gesetzlichen Anspruch von Chancengleichheit sowie gleichberechtigter Teilhabe am Leben in der Gesellschaft gerecht. Leider bleibt dieser Aspekt bei den derzeitigen Diskussionen zur Sozialstaatsreform oft nur eine Randnotiz.
Ich danke den Familien für ihre oft aufopferungsvolle Fürsorge für ihre Kinder und wünsche viele schöne gemeinsame Momente im Familienleben.“
Monika Paulat, Vorsitzende des Landesbehindertenbeirats Brandenburg, betont: „Eltern, die ihre Kinder mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen begleiten, leisten Tag für Tag Enormes. Ihre Erfahrungen und Bedürfnisse müssen bei kommenden politischen Entscheidungen im Land Brandenburg stärker berücksichtigt werden. Es ist wichtig, dass Familien als Expertinnen und Experten in eigener Sache ernst genommen werden. Bürokratieabbau bedeutet eben nicht nur Berichtspflichten von Unternehmen abschaffen, sondern auch Antragsverfahren vereinfachen, Hilfen zugänglich machen und Verfahren vereinheitlichen. Das gilt besonders im Hinblick auf die anstehende Reform des Brandenburgischen Behindertengleichstellungsgesetzes und der Eingliederungshilfe. Wer könnte hierbei die Perspektive der Betroffenen besser einbringen als die Menschen mit Behinderungen selbst und ihre Angehörigen? Lassen Sie uns politische Entscheidungen gemeinsam mit den betroffenen Familien treffen - nicht über ihre Köpfe hinweg.“

