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Pflege

Fachveranstaltung “ „Pflege im Alter mit Würde“

In der Fachveranstaltung des Kreisverbandes Berlin Ost „Pflege im Alter mit Würde“ wurde der Notstand in der Altenpflege hervorgehoben und umfangreiche Vorschläge zu seiner wirksamen Bekämpfung gemacht. Der Gesetztesauftrag „ambulant vor stationär“ läßt sich schon heute nicht mehr erfüllen. Dies gilt auch für den Sicherstellungsauftrag des Landes Berlin.

Bild von links nach rechts: Dr. Simone Real, Moderatorin; Mechthild Rawert, ehem.MdB; Prof.Dr,Ursula Engelen-Kefer, Florian Schönberg, SoVD , Dr. Oliver Zobel, paritätischer Wohlfahrtsverband Berlin.

Stationäre Pflegeeinrichtungen sind teilweise nicht in der Lage, ihrer Verpflichtung zur Aufnahme der zu pflegenden Menschen nachzukommen. Dies wird sich in Zukunft noch erheblich verschärfen. Bis 2030 wird ein Wachstum der Bevölkerung von 7.5 Prozent erwartet-bei den über 80-Jährigen ein Zuwachs von 55 Prozent auf 266 000.

Von den derzeit etwa 112 000 Beschäftigten in der Altenpflege knapp 8 Prozent der Beschäftigten insgesamt- sind 70 Prozent Frauen, die zum überwiegenden Teil in Teilzeit und zunehmend in Minijobs arbeiten.

Als besonders verheerend brandmarkte Ursula Engelen-Kefer den aggressiven Aufkauf von stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen durch private Finanzinvestoren zu Lasten der Pflegebedürftigen und der Pflegekräfte.

Einigkeit bestand darin, dass die Fortsetzung der Politik des „Herumkurieren an Symptomen“ keinesfalls ausreicht. Erforderlich ist eine grundlegende und nachhaltige Reform in der Pflege durch Verbesserung der Personalstellen, Bezahlung sowie Arbeitsbedingungen. Hierzu ist die Stärkung der Tarifstrukturen und vor allem der Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen unerläßlich. Die unzureichende Teilversicherung ist zu einer Pflegevollversicherung auszubauen. Dazu muss in einem ersten Schritt die Eigenbeteiligung der Pflegebedürftigen begrenzt werden. Verantwortung, Kompetenzen, Finanzen und Personal müssen auf die kommunale Ebene verlagert werden. Hierzu gibt es gute Beispiele in den skandinavischen Ländern.