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Kreisverband Berlin-Ost

Liebe Mitglieder und Gäste,
auf dieser Seite berichten wir über Aktivitäten und sozialpolitische Veranstaltungen der Ortsverbände Stadtverband Berlin Ost, Treptow-Köpenick und Berlin-Mitte.

Aktion "Pollermützen" im Bezirk Lichtenberg

Ein Tag wie viele andere in Berlin, die Sonne schien, Menschen gingen, liefen und fuhren ihrer Wege. Auf den ersten Blick unterschied sich nichts von den vielen anderen Tagen im Jahr, vor dem Eingang des Rathauses in Berlin Lichtenberg.

Beim Näherkommen fiel dem Einen oder Anderen eine kleine Gruppe von etwa 10 Menschen auf, die sich vor der Rathaustür versammelt hatte.

Es handelte sich um Menschen, die auf ein wichtiges Problem hingewiesen haben. Um den Tag der Sehbehinderung fand auch in Lichtenberg am 09.06.2021 um 10:30 Uhr eine vom ABSV organisierte Aktion satt, die neben vielen anderen Organisationen, auch vom SoVD unterstützt wurde.

Bei der Aktion "Pollermützen" geht es darum, mit einem optischen Hinweis für die Gefahren zu sensibilisieren die, insbesondere für Blinde und Sehbehinderte, von Pollern ausgehen.
Hier vor dem Rathaus in Lichtenberg sind zwei besonders problematische Varianten vorhanden:

  1. Poller, die sich optisch (farbig) kaum vom Gehweguntergrund unterscheiden und daher für sehbehinderte Menschen und bei künstlicher Straßenbeleuchtung für jede Person schlecht zu erkennen sind. Als Folge kann es zu Unfällen kommen, weil das Hindernis Pollernicht rechtzeitig erkannt wird.
  2. Poller als Begrenzung zur Fahrbahn, zwischen dehnen auf halber Höhe Ketten gespannt sind. Diese Ketten sind für blinde Menschen, die sich mit Hilfe eines Langstocks über dem Boden orientieren, nicht rechtzeitig zu erkennen.

Der Mensch läuft also unvorbereitet und ungebremst in die Kette. Vom „Einfachen Schreck“ bis hin zu einem Unfall mit Sturz und schweren Verletzungen kann alles passieren.

An der Aktion nahm auch der Bezirksbürgermeister von Lichtenberg Herr Michael Grunst (Die Linke) teil. Ihm wurde die Situation anhand der zwei Beispiele erklärt. Er versprach allgemein, in der nachgeordneten Verwaltung, Bewusstsein für barrierefreie Gestaltung schaffen zu wollen. Dieses sei leider noch nicht überall in ausreichendem Maß vorhanden.

Für uns als SoVD ist die Schaffung eben dieses Bewusstseins ein wichtiges Anliegen. Dies ist nur einer der Gründe warum wir uns an dieser Aktion als Unterstützer beteiligt haben.

 

Anmerkungen und Überlegungen zur Inklusion von Alexander Senger

Alexander Senger ist SoVD-Mitglied im Kreisverband Berlin-Ost, SoVD-Mitglied im Behindertenbeirat Berlin-Pankow, IG-Metall-Mitglied, Mitglied im AK der Schwerbehindertenvertretungen.

Wieviel Inklusion ist gewollt in unserer gesellschaftlichen Privat- oder dienstlichen Arbeitswelt?

Wir leben immer mehr in einer globaleren, sich verändernden Gesellschaft, geprägt von der Energiewende, der Digitalisierung und neuerdings, schon seit mehreren Monaten, durch eine Pandemie, Namens CORONA gezeichneten und bestimmten Welt.

In den Konzernen, Betrieben, aber auch Dienststellen sind aus hier schon genannten Gründen oftmals Restrukturierungen und Umstrukturierungen an der Tagesordnung, nicht nur in der privaten Wirtschaft, sondern auch nach und nach im öffentlichen Dienst.   

Bezogen auf das Bundesteilhabegesetz (BTHG-SGB IX), was im Schwerbehindertenrecht, das alte SGB IX, 2017/2018 abgelöst hat, sind zwar sehr viele positive Aspekte, im Rahmen der Inklusion und Integration von und für unseren schwerbehinderten und gleichgestellten Personenkreis vorgesehen, aber was bringt es, wenn wichtige Passagen, durch BAG, LAG, VG-Urteilen und anderen juristischen Gesetzlichkeiten, wie Durchführungsbestimmungen oftmals ausgehebelt, ob es beim Kündigungsschutz, für schwerbehinderte und gleichgestellte Menschen ist, oder dem neuen Paragrafen 178 Absatz 2 Satz 3: wo steht, Die Kündigung eines schwerbehinderten Menschen, die der Arbeitgeber, ohne Beteiligung der SBV, ausspricht, ist unwirksam. Auch hier gibt es mehrere BAG-Urteile, mit unterschiedlichen Ergebnissen und Auslegungen.

Auch müßte hinterfragt werden, warum die Nicht-Einhaltung der Behindertenquote -nach § 154 Abs. 1 BTHG- , wie ein Kavaliersdelikt juristisch angesehen wird. Die erhöhte Strafzahlung, also die berechtigte Ausgleichsabgabe kann der Unternehmer oder die Behörde kaufmännisch auch noch von der jährlichen Steuer absetzen. Dieses Vorgehen müßte vom Gesetzgeber unterbunden werden.      

Welche Rolle spielen Menschen mit Behinderungen, in unserer globalen Welt und welchen Platz, werden wir, in der Zukunft, bei den vielen Veränderungen einnehmen?
Auch müssen wir beobachten, was aus der Novellierung der versorgungsmedizinischen Grundlagenverordnung nun wird? Die derzeitig, wegen der CORONA-Krise ruht und nur ausgesetzt ist.

Darum sind starke Verbände, wie der Sozialverband Deutschland, aber auch starke Schwerbehindertenvertretungen, in den Betrieben der privaten Wirtschaft, aber auch bei der Behörde, dem Öffentlichen Dienst und seinen Eigenbetrieben so wichtig, die im Rahmen der Mitwirkung, nach § 178 Abs. 4 und § 164-§167 BTHG-SGB IX, sich ständig, um unsere Belange engagieren und kümmern, neben den Betriebsräten, auf Grundlage der Mitbestimmung, im Rahmen des BetrVG.

Ortsverband Berlin-Mitte: Solidarität in Zeiten der Pandemie

Dominique Botembe, 1.Vorsitzender des Ortsverbandes Berlin-Mitte hat Menschen schätzen und kennen gelernt, die auf der Straße leben. Hier berichtet er über seine Erfahrungen und Begegnungen im Hostel Pfefferbett.

In einer Zeit, die von Corona geprägt ist und in der viele Menschen Ängste um ihren Job und Sorgen um die Zukunft haben, hatte das Hostel Pfefferbett eine brillante Idee: Sie öffneten ihr Haus für Obdachlose. Seit November des vergangenen Jahres bis zum kommenden März stellt das Hostel diesen bedürftigen Menschen seine Betten zur Verfügung. Täglich um 18.30 Uhr öffnen sich die Türen für die Gäste. Zuerst wird die Körpertemperatur gemessen. Wenn diese über 38 Grad liegt, wird der Gast sofort in einem Einzelzimmer isoliert. Meistens zeigt das Thermometer jedoch Temperaturen an, die eine Unterkühlung vermuten lassen, da die Menschen den ganzen Tag draußen waren. Außerdem wird am Einlass kontrolliert, ob Alkohol oder Drogen mitgeführt werden. Wenn ja, werden sie abgenommen, wenn der Gast das Haus wieder verlässt, erhält er alles zurück. 

Dominique Botembe hilft beim Einlass in das Hostel und der Essensausgabe. Es gibt für die Obdachlosen gutes Essen, das auch satt macht. Gegen 22.00 Uhr wird es leer im Speisesaal. Die Gäste ziehen sich in ihre Zimmer zurück, um zu schlafen. Nur wenige Raucher nutzen jetzt den einzigen im Hotel erlaubten Platz zum Rauchen. Auch für die ehrenamtlichen Helfer heißt es dann Nachtruhe bis 6 Uhr früh. Geweckt werden die Gäste in drei Gängen zwischen 6.30 Uhr und 7.30 Uhr. Bevor sie das Haus verlassen, gibt es Kaffee, Tee und zwei belegte Brote. Dann geht es raus, egal, bei welchem Wetter. Eine obdachlose Rollstuhlfahrerin im Hostel hat zum ersten Mal ihre Internetbekanntschaft getroffen, sie war in ihrer Freude kaum zu bändigen.

Dominique Botembe hat es zudem sehr interessiert, mit welchen Problemen die Obdachlosen in Pandemiezeit konfrontiert sind und hat zum Interview geladen:

Wie sieht dein Tagesablauf aus Nico (Name geändert)?

Um 6.30 Uhr stehe ich im Hostel auf, um 8.00 Uhr muss ich es verlassen. Meine erste Station ist die Bahnhofsmission. dort kann man Kaffee trinken, etwas reden oder Hilfe für Behördengänge in Anspruch nehmen. Bei schlechtem Wetter gehe ich dann ins Hofbräuhaus, dort bekommt man jetzt in Coronazeiten ein Mittagessen. Bei gutem Wetter beginne ich bis zur Mittagszeit mit dem Pfandflaschensammeln. Nachmittags um 16 Uhr bin ich dann wieder in der Bahnhofsmission, die eine halbe Stunde später schließt. Wann immer ich unterwegs bin, nutze ich die Zeit zum Flaschensammeln. Man muss immer einen Euro in der Tasche haben für den Fall, dass man zur Toilette muss. Oft fahre ich mit der U- oder S-Bahn durch die Gegend. So vergeht die Zeit. Um 18.30 Uhr öffnet wieder das Hostel.

Mit welchen Problemen wirst du täglich konfrontiert?

Man merkt, dass es in Berlin keine Touristen mehr gibt. Es ist kaum noch Leergut auf den Straßen, unsere wichtigste legale Einnahmequelle. Außerdem ist es manchmal schwer, Hilfe zu bekommen, wenn man nicht wie ein Penner aussieht. Die Leute glauben einem dann nicht und helfen auch nicht.

Welche Wünsche und Träume hast du?

Ich würde gerne in Portugal leben, das ist mein Traumland.

Wo wünschst du dir mehr Unterstützung?

Es gibt viele Hilfsangebote, aber die sind sehr unkoordiniert. Besser wäre mehr Pro Aktive Unterstützung. Das heißt, die Sozialarbeiter müssten genauer auf die persönlichen Wünsche und Probleme eingehen. Das wünsche ich mir.

Fazit von Dominique Botembe:

Ich habe viele Obdachlose kennengelernt und konnte einiges von ihnen lernen. Die Freude über die kleinen Dinge des Lebens, die Freude über ein Gespräch oder über gern gewährte Hilfe. Es kam vor, dass mir ein Obdachloser etwas schenkte, wie einen Schokoriegel oder eine Milchschnitte. Das tat er, weil er mich mochte und sich über unsere Begegnung freute. Außerdem rechnen obdachlose Menschen nicht unbedingt mit Hilfe. Umso größer ist die Freude, wenn ihre Mitmenschen sie nicht übersehen und mit dem Herzen helfen.

Die Zeit mit Obdachlosen hat mich nachdenklich gemacht. Über die gemachten Erfahrungen bin ich dankbar und froh.

Mitgliederversammlung am 8. September 2020

Am 8. September fand von 14 bis 16 Uhr die erste Mitgliederversammlung des OV Stadtverband Berlin Ost nach der Corona-Pause mit reger Beteiligung statt. Im großen Konferenzsaal in der Landesgeschäftsstelle konnten die Corona-Regelungen wie Abstands-und Hygienebestimmungen eingehalten werden.  

Zur Diskussion standen zwei Vorträge: Uwe Schröder, Caritas Berlin, berichtete über seine Aktionen, sozial schwachen Familien Beratung und Unterstützung beim Einsparen der Ausgaben für Strom zu bieten. Auch in Berlin gibt es immer wieder Hinweise, dass insbesondere Hartz-IV-Familien und Rentnerhaushalte die Kosten für Strom nicht mehr leisten können und ihnen der Strom abgeschaltet wurde.

Uwe Schröder ist auch bereit, mit seinen Mitarbeitern in den Wohnungen der Hilfesuchenden Möglichkeiten zum Einsparen von Strom aufzuzeigen. Hierzu gab es von unseren Mitgliedern vielfältige Nachfragen.

In einem zweiten Vortrag berichtete unser Mitglied im Vorstand des Ortsverbandes, Christoph   Kröber, über seine Tätigkeit im Behindertenbeirat von Lichtenberg sowie über die Gründung des Teilhabebeirates. Christoph Kröber vertritt unseren Ortsverband in beiden Beiräten beim Bezirksamt Lichtenberg.

Vorstandssitzung in Bernau

Auf Einladung der stellvertretenden Vorsitzenden Eleonore Okon fand die jährliche auswärtige Sitzung des Vorstandes des Ortsverbandes Stadtverband Berlin-Ost in Bernau statt. An der Sitzung nahmen auch die Landesvorsitzende Ursula Engelen-Kefer sowie Heike Ritterbusch, Projektkoordinatorin des Landesverbandes, teil.

Hofkonzert im Garten

Am 4. August vormittags fand im schön angelegten Garten des Seniorenheims „Judith Auer“ in Lichtenberg unser Hofkonzert statt. Die beiden Flötisten Ulrich Roloff und Hiko Iizuka spielten mit Professionalität und Hingabe Werke von Ludwig van Beethoven in seinem 250. Geburtsjahr und dem Komponisten Kuhlau aus der gleichen Zeit.

Viele Bewohner*innen des Seniorenheims konnten mit Hilfe der engagierten Pflegerinnen im Garten bei sommerlichem Wetter teilnehmen. Für eine der Zuhörerinnen war es wie ein besonderes Ständchen zu ihrem 95. Geburtstag. Die älteste Bewohnerin hatte bereits ihren 100. Geburtstag feiern können. Als SoVD Ortsverband sind wir dem Judith Auer Haus seit vielen Jahren besonders verbunden, da wir in der Begegnungsstätte unsere Treffen von Vorstand und Mitgliederversammlung durchführen können. Wir bedanken uns besonders bei Frau Talman, der Leiterin des Betreuungsteams, die mit großem Einsatz einen gelungenen Konzertvormittag für ihre Senior*innen möglich machte.

Hofkonzerte in Senioreneinrichtungen

Um den Bewohnern/innen in Seniorenheimen, die während der Corona-Krise nur sehr eingeschränkte Kontakte haben, ein wenig Abwechslung zu bieten, konnte der SoVD das Musikerduo Contra P., bestehend aus dem Flötisten Ulrich Rohloff und dem Bassflötisten Hiko Iizuka für einige Hofkonzerte gewinnen. Der SoVD Ortsverband Treptow-Köpenick beteiligte sich am ersten Hofkonzert im Seniorenheim Müggellschlösschen. Die Musiker konnten in der hausinternen Kapelle für alle Mitbewohner spielen, denn jedes Zimmer verfügt über eine Empfangseinheit. Das Konzert wurde von allen Bewohnern sowie Besuchern genossen und gerne als Abwechslung angenommen. Der SoVD dankt der Heimleitung für die Bereitschaft, das dieses Konzert durchgeführt werden konnte.

Sozialtage in Marzahn

Am 26. Februar hat der SoVD Ortsverband Stadtverband Berlin Ost erstmalig an den Sozialtagen in Marzahn teilgenommen. Die Standvorbereitung und Betreuung  wurde maßgeblich von Bernd Röber, Stellvertretender Vorsitzender im OV koordiniert. Alfred Spieler, ebenfalls vom Vorstand des OV hatte die organisatorische Vorarbeit für die Genehmigung unseres SoVD Standes geleistet. Ebenfalls haben verschiedene Mitglieder des OV bei der Standbetreuung. Dies war ein wichtiger Einstieg in die Werbearbeit für den SoVD in Marzahn; es konnten mit den Passanten informative Gespräche geführt und unsere Informationsmaterialien verteilt werden. Wir werden unseren Auftritt bei den Sozialtagen in Marzahn im nächsten Jahr fortsetzen.“

Ortsverband Berlin-Mitte

Am 20. Februar 2020 fand die Versammlung des Ortsverbandes Berlin Mitte im Ännchen von Tharau statt. Der Vorstand hatte seine Mitglieder zur Weiberfastnacht mit geselligem Beisammensein eingeladen. Der neue Ortsvorsitzende Dominique Botembe begrüßte die Teilnehmer, besonders die Gäste aus Charlottenburg-Wilmersdorf, Spandau, Treptow-Köpenick, Tiergarten-Wedding und vom Landesverband.
Die Kreisvorsitzende und Vizepräsidentin des Bundesverbandes, Ursula Engelen-Kefer, hieß ebenfalls die schön kostümierten Närrinnen und Narren herzlich willkommen. Nach Genuss des reichhaltigem Buffet, schöner Musik vom DJ Kevin, kam gute Faschingsstimmung auf. Höhepunkt der Weiberfastnacht war die Prämierung der schönsten Kostüme, sowie das Schlipsabschneiden bei Bodo Feilke. Es hat sich wieder mal bestätigt, dass geselliges Beisammensein der Mitglieder im SoVD eine gute Tradition ist.

Ortsverband Treptow-Köpenick

Im Rahmen einer Mitgliederversammlung wurde der Vorstand des Ortsverbandes Treptow-Köpenick am 20. Februar gewählt. Der Vorstand gab einen Überblick über die sozialpolitischen Themen der letzten zwei Jahre sowie über die aktuellen Planungen. Die Wahlvorschläge wurden einstimmig von den anwesenden Mitgliedern angenommen. Bodo Feilke, Kreisvorsitzender Charlottenburg-Wilmersdorf übernahm die Wahlleitung. Bernd Römer wohnte als Vertreter des Kreisverbandes Berlin-Ost der Veranstalter bei. 

Mitgliederversammlung mit Vortrag über die Grundrente

In der Mitgliederversammlung am 9. April befasste sich der Ortsverband mit der Grundrente. Eingeladen dazu war Vedran Kundacina, Referent in der Abteilung Sozialpolitik des Bundesverbandes.
Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat ein Konzept mit folgenden Eckpunkten vorgelegt: Aufwertung von Niedrigrenten nach Mindestentgeltpunkten sowie Einführung von Freibeträgen bei der Anrechnung eigen erworbener Rentenansprüche und unter bestimmten Bedingungen auch beim Wohngeld. Die Bedürftigkeitsprüfung soll bei der Aufwertung der Niedrigrenten für die Anerkennung der eigenen Arbeitsleistung entfallen.

Der SoVD ist entschieden gegen die Bedürftigkeitsprüfung, zumal sie häufig dazu führt, dass ein großer Teil der betroffenen älteren Menschen ihren Anspruch auf Grundsicherung im Alter „aus Scham“ gar nicht wahrnehmen und Altersarmut erleiden.
In der Diskussion wurde der Vorschlag von Heil grundsätzlich begrüßt. Kritik erfolgte allerdings daran, dass die Mindestbedingung von 35 Versicherungsjahren gerade von vielen Frauen nicht erfüllt wird, sie damit auch keinen Anspruch auf eine Grundrente haben.
Unterstützt wurde die Forderung des SoVD, die Freibetragsregelung unabhängig von der Anzahl der Versicherungsjahre einzuführen. Außerdem ist sie so auszugestalten, wie dies für die betriebliche Altersrente gilt.

Besuch im Deutschen Bundestag

Auf Initiative der Vorsitzenden des SoVD-Kreisverbandes Berlin-Ost, Ursula EngelenKefer, konnten 20 Mitglieder verschiedener Kreisverbände am 15. Februar an einem Besuchsprogramm im Deutschen Bundestag teilnehmen. Organisiert wurde dies von SoVDMitglied Swen Schulz (SPD), MdB für Berlin-Spandau. Nach einer einstündigen Teilnahme im Plenum des Bundestages mit einem Teil der Fragestunde zum Asylkompromiss von CDU/CSU war noch Zeit für einen ausführlichen und regen Gedankenaustausch mit Swen Schulz über alle für die Mitglieder bedeutsamen sozialpolitischen Themen. Der interessante Besuch im Bundestag klang mit einem Abendimbiss im Restaurant des Bundestages aus.

Erfahrungsaustausch zwischen SoVD und Volkssolidarität

Bei dem ersten gegenseitigen Erfahrungsaustausch zwischen den Vorsitzenden von SoVD, Ursula Engelen-Kefer, und Josefa-Marie Facklam von der Volkssolidarität Lichtenberg wurden die gemeinsamen Chancen und Schwierigkeiten einer vor allem ehrenamtlichen sozialen Arbeit festgestellt. Beide Mitgliederverbände müssen sich mit ihren hohen Altersstrukturen und abnehmender Bereitschaft zu ehrenamtlicher sozialer Tätigkeit auseinandersetzen.

Die Volkssolidarität unterhält eine Vielzahl von Ortsgruppen und sozialen Einrichtungen wie Diensten zur Gewinnung und Bindung von Mitgliedern. Der SoVD bietet zusätzlich zu personenbezogener sozialer Betreuung sowie sozialpolitischer Einflussnahme über die Sozialberatung hinaus auch die Vertretung vor den Sozialgerichten. Als gemeinsame Aufgaben wurden festgestellt: Erforderlich ist die Organisation und Umsetzung eines Gegengewichtes zum gesellschaftlichen Abbau der Entsolidarisierung in allen Bereichen der Gesellschaft. Verstärkt wird dies durch das Auseinanderbrechen von Familien und die Zunahme der Vereinsamung im höheren Lebensalter infolge der erheblichen gesellschaftlichen Veränderungen.
Eine weitere Aufgabe ist der Aufbau von Netzwerken in der lokalen Umgebung, wobei dem Kontakt zum Bezirksamt Lichtenberg, insbesondere zum Bezirksbürgermeister Michael Grunst sowie zur Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung, Soziales, Wirtschaft und Arbeit, Birgit Monteiro, große Bedeutung beigemessen wird. Beide Verbände werden sich bei den Lichtenberger Sozialtagen am 13. und 14. Juni im Linden-Center am Prerower Platz präsentieren und die Netzwerkarbeit mit den übrigen vertretenen sozialen Institutionen in Lichtenberg fortsetzen.

Die Volkssolidarität und der SoVD sind bereit, den gegenseitigen Erfahrungsaustausch in ihren jeweiligen Ortsverbänden fortzusetzen.

Auf Einladung der Vorsitzenden des Stadtverbandes Berlin-Ost erläuterte der Geschäftsführer des Jobcenter Berlin-Lichtenberg, Lutz Neumann, die Arbeitsmarktpolitik für die Menschen in Langzeitarbeitslosigkeit sowie in Bedarfsgemeinschaften. In der lebhaften Diskussion wurde vor allem die Versorgung mit Miet- und Wohnnebenkosten angesprochen. Besondere Bedeutung sehen Lutz Neumann und die Vorsitzende Ursula Engelen-Kefer in der Eingliederung langzeitarbeitsloser Menschen in Ausbildung und Arbeit. Beide begrüßten das neue Teilhabechancengesetz, das Beschäftigungsmöglichkeiten für die besonders schwer vermittelbaren Personengruppen bieten soll. Im Anschluss wurde Marianne Berghoff, langjähriges Mitglied und Revisorin im Kreisverband, für 25 Jahre Treue zum SoVD geehrt

Fachveranstaltung „Pflege im Alter mit Würde“

In der Fachveranstaltung des Kreisverbandes Berlin-Ost „Pflege im Alter mit Würde“ wurde der Notstand in der Altenpflege hervorgehoben und umfangreiche Vorschläge zu seiner wirksamen Bekämpfung gemacht.
Während Mechthild Rawert, ehemalige MdB und Pflegeexpertin der SPD, dies aus bundespolitischer Sicht darstellte, hob Dr. Oliver Zobel vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin die notwendigen Verbesserungen für Berlin hervor.

Die SoVD-Kreisvorsitzende Ursula Engelen-Kefer betonte, dass sich der Gesetzesauftrag „ambulant vor stationär“ bereits jetzt nicht mehr erfüllen lasse. Dies gelte auch für den Sicherstellungsauftrag des Landes Berlin. Dies werde sich in Zukunft noch erheblich verschärfen. Als besonders verheerend brandmarkte Engelen-Kefer den aggressiven Aufkauf von stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen durch private Finanzinvestoren zulasten der Pflegebedürftigen und der Pflegekräfte.
Einigkeit bestand darin, dass die Fortsetzung der Politik des „Herumkurierens an Symptomen“ keinesfalls ausreiche. Erforderlich sei eine grundlegende und nachhaltige Reform in der Pflege durch Verbesserung der Personalstellen, Bezahlung sowie Arbeitsbedingungen.