SoVD Berlin Brandenburg

SoVD Landesverband Berlin-Brandenburg e.V.

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Inklusion/Barrierefreiheit

Berliner U-Bahn: Wann endlich verlässlich barrierefrei?

Für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer sind viele Bahnhöfe der Berliner U-Bahn immer noch Barrierefallen. Was nutzt zum Beispiel der barrierefreie Einstieg an der Wilmersdorfer Straße oder der gerade fertig gestellte Fahrstuhl am Richard-Wagner-Platz, wenn an der Station Halemweg, dem Quartier vieler älterer und mobilitätseingeschränkter Menschen immer noch kein Fahrstuhl vorhanden ist?     

Bis zum Januar 2019 waren erst 72% der U-Bahnhöfe barrierefrei. Da ist die S-Bahn, die zur Deutschen Bahn gehört mit 94% ihrer Stationen weit in Führung. Auch stehen Bürgerinnen und Bürger mit Gehhilfen, Rollatoren oder Kinderwaren vor Problemen, wenn an U-Bahn-stationen die Rolltreppen ausfallen und am Wochenende sehr häufig nicht repariert werden.  Angesichts der Versprechen des Berliner Senats, dass bis 2020 das gesamte U-Bahnnetz barrierefrei sein würde, erwartet der Sozialverband Deutschland in Berlin deutlich mehr Anstrengungen, damit dieses Ziel tatsächlich noch erreicht werden kann.   „Von der BVG fordern wir außerdem noch 2019 den Abschluss eines Vertrages mit einem seriösen Partner zur laufenden verbindlichen und  kurzfristigen Beseitigung von Störungen bei den Fahrstühlen und Rolltreppen der U-Bahnhöfe, besonders an Feiertagen und Wochenenden“, erklärt dazu der Stellvertretende Landesvorsitzende des SoVD Berlin-Brandenburg, Joachim Krüger. 

Barrierefreie Toilettenanlagen in Berlin bis Ende 2020!

In den letzten Wochen wurden die ersten neuen quadratischen Toilettenanlagen der Firma Wall den Berlinerinnen und Berlinern zur Nutzung übergeben, z.B. in der Otto-Straße in Alt-Moabit und an der Ecke Wilmersdorfer/Pestalozzistr. Schwerpunkte sollen vorerst die Bezirke Wilmersdorf-Charlottenburg und Tempelhof-Schöneberg sein.

Wenn der Senat seine Option nutzt, könnten insgesamt 360 solcher „stillen Orte“ errichtet werden, bis Ende 2020 sollen davon 190 in Betrieb gehen. Die Anlagen sind vollautomatisch und barrierefrei. Mit dem Europa-Schlüssel können Bürgerinnen und Bürger mit körperlichen Einschränkungen diese Toiletten kostenfrei nutzen, ansonsten sind 50 Cent zu zahlen.

Dazu erklärt der Stellv. SoVD-Landesvorsitzende Joachim Krüger: „Der SoVD Berlin-Brandenburg begrüßt ausdrücklich diese vertragliche Einigung.

Behindertenpolitische Konferenz in Potsdam

In der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam fand auf Einladung des Behindertenbeirats die 8. Behinderten-politische Konferenz statt. Nach 10 Jahren UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland zog die Konferenz Bilanz.

In seinem vorgelesenen Grußwort hob Ministerpräsident Woidke die großen Fortschritte bei der Integration von Menschen mit unter-schiedlichster Behinderung im Land Brandenburg hervor.

Eher durchwachsen hörte sich die Bilanz der Beiratsvorsitzenden Marianne Seibert an. Für sie ist Behindertenpolitik ein Menschenrechtsthema, das noch immer starke Defizite ausweist. So wurden z.B. Sprach- und Hörbarrieren in Gerichtssälen, die überlange Verfahrensdauer beim Sozialgericht, eine mangelnde einheitliche Rechtsanwendung und der noch immer fehlende Sitz in Berlin-Brandenburger Rundfunkrat kritisiert.   

Im Rahmen einer Diskussion mit Parteienvertretern wurden die wichtigsten Probleme im Flächenland Brandenburg thematisiert: die mangelnde ärztliche Versorgung im ländlichen Raum, insbesondere mit Fachärzten und die Schwierigkeiten älterer und behinderter Menschen, Ziele außerhalb des unmittelbaren Wohnbereichs zu erreichen, angesichts eines darauf nicht ausgerichteten Nahverkehrsangebotes.

Joachim Krüger, 2. Landesvorsitzender Berlin-Brandenburg, der an der Tagung teilnahm, äußerte sich zum Thema: „Die flächendeckende Ärzteversorgung und ein leicht und zuverlässig zugängliches Mobilitätsangebot sind die Themen, die der SoVD Berlin-Brandenburg derzeit in Brandenburg aufgreift, denn nur bei überzeugenden Angeboten in beiden Bereichen kann von einer verbesserten Lebensqualität und sozialer Teilhabe für Menschen mit Behinderung als Ergebnis der UN-Behindertenrechtskonvention gesprochen werden!“ .

SoVD Landesverband besucht Berliner Werkstätten für Menschen mit Behinderung

Die Berliner Werkstätten (BWB) bietet Menschen mit Behinderungen den geschützten Raum, um sich im Arbeitsleben zu erproben und die eigenen Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Arbeit ist für Menschen mit Behinderungen ein wichtiger Schlüssel für mehr Lebensqualität.

Der Sozialverband Deutschland Landesverband Berlin-Brandenburg e.V. ist mit fünf Prozent an den 1962 gegründeten Berliner Werkstätten beteiligt, wie auch weitere Kapitalgeber. Der Berliner Senat hält 70 Prozent der Anteile. Die BWB produzieren seit 1962 für viele Berliner und Brandenburger Unternehmen. Über 1.600 Menschen arbeiten termingetreu und nach DIN EN ISO zertifiziert.

Für den Aufsichtsrat sind die Landesvorsitzende Ursula Engelen-Kefer und ihr Stellvertreter Joachim Krüger für die Gesellschafterversammlung nominiert. Bei Ihrem Antrittsbesuch mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Herrn Pape-Wunnenberg war die Auftragsfertigung von schwierigen Reparaturarbeiten an verschiedenen Trecker Modelle besonders beeindruckend.

Protesttag am 5. Mai

Beim diesjährigen Protesttag, der am 5. Mai in Berlin unter dem Motto „#MissionInklusion – Die Zukunft beginnt mit dir“ statt fand, wurden besonders junge Menschen angesprochen. Unsere Zukunft hängt entscheidend davon ab, ob die Inklusion in allen Lebensbereichen gelingt. Dazu müssen auch die nach wie vor bestehenden Defizite in Betreuung und Bildung abgebaut werden. Gerade in Berlin gibt es große Defizite und Nachholbedarfe einer  Infrastruktur  bei Kitas und Schulen sowie eine ausreichende Besetzung mit den erforderlichen Betreuungs- und Lehrkräften.

Der Sozialverband Deutschland Berlin-Brandenburg und seine Vorsitzende Ursula Engelen-Kefer stehen dabei an vorderster Front.

Ein weiterer Skandal wurde an diesem Protesttag deutlich zum Ausdruck gebracht: Die Situation in den Werkstätten für Behinderte stehen der Verpflichtung zur Inklusion geradezu  entgegen. Es müssen endlich faire Löhne und Arbeitsbedingungen erreicht werden sowie den betroffenen jüngeren und älteren Menschen der Übergang in eine reguläre Beschäftigung innerhalb und außerhalb von Integrationsbetrieben ermöglichst werden. Auch die gesetzlichen Möglichkeiten bei der Eingliederung langzeitabeitsloser und behinderter Menschen müssen besser genutzt werden.

Wir, der Sozialverband Deutschland richten daher den dringenden Apell an die Politik in Berlin und Brandenburg, hierfür die Voraussetzungen zu schaffen. 

Eine weitere Forderung an den Gesetzgeber ist, die Schwerbehindertenquote wieder auf 6 Prozent  heraufzusetzen und die Ausgleichsabgabe für die große Mehrheit der Betriebe, spürbar zu erhöhen. Leider gibt es immer noch einen viel zu großen Teil von Unternehmen, die sich durch die Zahlung der Ausgleichsabgabe von der gesetzlichen Pflicht freikaufen, Menschen mit Behinderung einzustellen. 

Teilhabe am Arbeitsleben ist die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben und dient nicht nur dem einzelnen, sondern der ganzen Gesellschaft. Daher setzen wir uns als Sozialverband gemeinsam mit den Behindertenverbänden für Inklusion ein !