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Berlin braucht eine gute soziale Infrastruktur
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Der 9. Berliner Sozialgipfel fand am 8. Oktober unter dem Motto „Ethik statt Monetik“ statt. Um mit den Vertretern des Berliner Sozialgipfels, der Berliner Politik, Sozialverbänden und Betroffenen über die künftige soziale Entwicklung Berlins zu diskutieren, kamen über 100 interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer in das IG Metall Gewerkschaftshaus.

Christian Hoßbach, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes Berlin-Brandenburg, begrüßte die Anwesenden und erläuterte, das dieser Sozialgipfel sich schwerpunktmäßig um die personelle Situation in Kitas und Schulen, bei der Inklusion und Altenpflege beschäftigen wird.

Von Betroffenen und Experten, die an ihrem Arbeitsplatz am Limit stehen, wurde die prekäre Situation beschrieben und angeprangert. Kaum noch ist ein Regelbetrieb in den Schulen durchführbar, für Menschen die besondere Betreuung in den Inklusiven Klassen benötigen schon gar nicht und Kitas können, obwohl freie Plätze vorhanden sind wegen Personalmangel keine Kinder aufnehmen.

Zum großen Thema Situation in der Altenpflege, zeigte Sylvia Svoboda, Pflegedirektorin,  die aktuelle Situation auf und Ingeborg Simon, stellvertretende Vorsitzende der Volkssolidarität und Ursula Engelen-Kefer, Vorsitzende des Sozialpolitischen Ausschusses des SoVD Berlin-Brandenburg e.V., referierten ergänzend zu dem Thema. Der Beruf in der Altenpflege ist durch die längere Lebenserwartung der Menschen schwerer und psychisch anstrengender geworden. Die harte Arbeit und der immense Zeitdruck lassen sich auch hier nicht mit den Löhnen vereinbaren.

Der Alwin-Brandes-Saal im Haus der IG Metall war gut gefüllt

Wir brauchen dringend die Unterstützung der Politik, sagte Sylvia Svoboda. Ursula Engelen-Kefer rief zu deutlich mehr Helferinnen und Helfer, die die Altenpfleger entlasten, auf. Auch die schlechte Bezahlung machte Engelen-Kefer deutlich. „Wenn ausgebildete Altenpfleger Mietzuschüsse beantragen müssen, stimmt was nicht. Etwas positiv sind erste Erfolge bei den Tarifabschlüssen in der Charitè.

Große Probleme sieht Engelen-Kefer auch bei privaten Betreibern, die nur ihre Rendite im Auge haben. „Die Alten, Hochbetagten, deren Rente nicht für den Eigenanteil in der stationären Pflegeeinrichtung reicht, müssen nach einem langen arbeitsreichen Leben mit einem Taschengeld leben“, führte Ingeborg Simon aus.

Barbara König, Staatssekretärin der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, rief die Gewerkschaften auf Tarifverträge zu vereinbaren, dann kann die Politik was tun. Weitere Maßnahmen in der Vorausschau sprach König dann an, wie ein Pakt für die Pflege, eine Pflegeakademie in der Charitè und im Vivantes, sowie die Schließung der Lücke im Personalschlüssel von 30% in der Krankenhaus- und Altenpflege.

Wiebke Werner vom Berliner Mieterverein berichtete dann zum Thema: Soziale Infrastruktur braucht preisgünstiges Mieten – Wohnen ist Daseinsfürsorge, die Problematik der gewerblichen Zwischenvermieter mit Beispielen auf den Punkt. Es sei dringend angesagt, dass eine Änderung des Mietrechts und das Angebot an sozialer Infrastruktur ausgebaut werden muss. Der Abend ging mit einigen Fragen der Teilnehmer und Diskussionen zu den Themen zu Ende.

Beitrag zum Sozialgipfel 2018

Berliner Sozialgipfel 2018 – Positionspapier

Geschrieben von redaktion@sovd