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Beratungsangebot für Menschen mit Behinderung

Der SoVD-Landesverband Berlin-Brandenburg bietet Beratung zum Schwerbehindertenrecht (SGB IX – Bundesteilhabegesetz, Teil 3) sowie Unterstützung bei der Antragstellung und der antragsgerechten Darstellung der Lebenssituation an.

Menschen mit Behinderung haben oft Anspruch auf zahlreiche Leistungen. Doch diese zu kennen und zu beantragen ist kompliziert:

  • Wie kann ich einen Schwerbehinderten-Ausweis beantragen?
  • Welches Merkzeichen steht mir zu?
  • Wie erhalte ich einen Schwerbehindertenparkplatz?
  • Wann habe ich Anspruch auf Assistenzleistungen?
  • Ich bin mit dem Bescheid des Versorgungsamtes nicht einverstanden und was kann ich tun?

Kompetente Beratung beim SoVD

Jutta Zoll, stellvertretende Vorsitzende des SoVD Ortsverbandes Wilmersdorf u.a. 16 Jahre Schwerbehindertenvertretung in der Deutschen Rentenversicherung Bund (ehem. BfA) sowie zertifizierte Demenzberaterin für Betroffene und Angehörige und

Barbara Fröhlich, Haupt- und Vertrauensperson der schwerbehinderten Menschen im Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie Vorsitzende der Vereinigung der Schwerbehindertenvertretungen des Bundes, bieten ab sofort die Beratung „Schwerbehindertenrecht“ für den Landesverband an.

Fragen rund ums Thema Behinderung und Antragsstellung

Barbara Fröhlich und Jutta Zoll, die neuen Beraterinnen zum Schwerbehindertenrecht beim SoVD, wollen unsere Mitglieder dabei unterstützen, erfolgreich einen Antrag auf Feststellung und Anerkennung einer Behinderung nach dem Schwerbehindertenrecht (GdB-Antrag) zu stellen. Um eine Anerkennung von Graden der Behinderung zu erwirken, bedarf es einer gründlichen Vorbereitung.

Dazu sollte man folgendes wissen:

Das Versorgungsamt ist die zuständige Behörde für die amtliche Feststellung und Anerkennung einer Behinderung. Die Entscheidung über Ihren Antrag trifft das Versorgungsamt aufgrund der rechtlichen Basis der „Versorgungsmedizinverordnung“. In dieser Verordnung sind für einzelne Erkrankungen die Grade der Behinderung (GdB) hinterlegt. Dies gibt eine erste Orientierung welcher Grad der Behinderung Ihnen zugesprochen werden kann.

Ein wichtiger Punkt des Anerkennungsverfahrens ist der altersentsprechende Vergleich mit einem gesunden Menschen. Betrachtet werden die einschränkenden Auswirkungen Ihrer Erkrankung auf unterschiedliche Lebensbereiche, die Sie gegenüber einem gesunden Menschen benachteiligen. Das betrifft vor allem die Lebensbereiche Arbeit, die allgemeine Lebensgestaltung und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Wie sind z.B. die Auswirkungen Ihrer Erkrankung auf die Teilnahme am Arbeitsleben und konkret auf Ihren Arbeitsplatz? Wird eine behinderungsgerechte Arbeitsausstattung benötigt, fallen behinderungsbedingte Krankenzeiten an, ist gar der Arbeitsplatz in Gefahr? Können Sie sich selbst versorgen und den Haushalt führen oder sind Sie dauerhaft auf Hilfe angewiesen? Wie steht es um Ihre Mobilität? Oder liegt eine psychische Erkrankung vor, die sie in der Kommunikation mit anderen behindert? Alle diese Punkte können bei der Feststellung der Grade (GdB) für den angestrebten Bescheid eine wichtige Rolle spielen.

In unseren Beratungen besprechen wir mit Ihnen, in welchen Lebensbereichen Sie durch Ihre Erkrankung eingeschränkt werden, in welcher Ausprägung und in welchem Ausmaß. Auf unser Gespräch können Sie sich vorbereiten, indem Sie sich dies nochmals im Einzelnen verdeutlichen und sich überlegen, wie Sie dies gegebenenfalls belegen können. Das Ergebnis werden wir in einem Begleitschreiben zu Ihrem förmlichen Antrag an das Versorgungsamt zusammenfassen. Dies kann Ihren Antrag unterstützen und eine Entscheidung beschleunigen. Beim Ausfüllen des formellen Antrages helfen wir Ihnen selbstverständlich auch.

Barbara Fröhlich, Haupt- und Vertrauensperson der schwerbehinderten Menschen im Bundesministerium für Arbeit und Soziales bekommt diese Frage immer wieder von Ratsuchenden gestellt. Leider kann auch sie darauf keine Antwort geben, nur der offizielle Bescheid des Versorgungsamtes weist eine Person als behindert oder gar schwerbehindert aus. Eine Schwerbehinderung liegt bei einem Grad der Behinderung von höher als 50 vor.

Bei jeder Beratung zur Beantragung einer Schwerbehinderteneigenschaft fragt Barbara Fröhlich, was der oder die Ratsuchende sich mit der Beantragung eines Ausweises erhofft. Da spuken viele Ideen durch die Köpfe. Klar, der vielleicht verbilligte Museums- oder Zoobesuch, aber auch der verbesserte Kündigungsschutz, die Möglichkeit, früher in Rente zu gehen und Steuern zu sparen. Nicht zuletzt für manche/n die Möglichkeit, bevorrechtigt zu parken. Kaum jemand hat aber davon gehört, dass es für schwerbehinderte Menschen eine besondere Förderung zur Teilhabe am Arbeitsleben gibt, wie z.B. Rehabilitationsleistungen oder der Ausstattung eines behindertengerechten Arbeitsplatzes.

Die Beratungsangebote werden von einer Vielzahl von Mitgliedern gut angenommen. Der Fragebogen zur Beantragung ist schnell ausgefüllt, sofern man sich gut vorbereitet hat. Anschriften von Haus- und Fachärzten sowie medizinische Unterlagen kann man zur Vorbereitung auf ein solches Gespräch schon zu Hause zusammenstellen. Und dann kommt der schwierigere Part. Wie wirken sich Ihre Erkrankungen im Alltagsleben, bei der Arbeit oder in Ihrem Privatleben aus?

Um das zu beantworten, müssen sich die Ratsuchenden für ein Gespräch ausreichend Zeit nehmen. In der Regel dauert ein Gespräch eine Stunde. Im Gespräch entsteht Schritt für Schritt ein Bild, wie Ihr Alltag mit Ihren Erkrankungen aussieht. Diese Schilderungen helfen, ein individuell auf die Person zugeschnittenes Anschreiben zu entwerfen, das den Antrag beim Versorgungsamt begleitet. Auf dieser Grundlage kann das Versorgungsamt eine Einschätzung treffen, welche Auswirkungen Ihre Erkrankung für die Person hat und inwieweit eine Behinderung vorliegt, die anzuerkennen ist.

Mehr als sieben Millionen Menschen in Deutschland sind schwer- behindert. Damit sie Nachteile im Beruf möglichst ausgleichen können, unterstützt sie die gesetzliche Rentenversicherung mit verschiedenen Leistungen.

Rehabilitation: Mit medizinischen und beruflichen Rehabilitationsleistungen der Rentenversicherung soll verhindert werden, dass eine Behinderung oder Krankheit zur dauerhaften Erwerbsminderung führt. Ob sie im Einzelfall helfen können, prüft die Ren- tenversicherung auf Antrag.

Rente wegen Erwerbsminderung: Wer wegen einer Behinderung oder Krankheit nur noch stundenweise oder gar nicht mehr arbeiten kann, hat möglicherweise Anspruch auf Rente wegen Erwerbsminderung. Diese kann – abhängig vom Grad der Erwerbsminderung – als teilweise oder volle Erwerbsminderungsrente gezahlt werden.

Rente: Auch eine Altersrente für schwerbehinderte Menschen nach einer Mindestversicherungszeit von 35 Jahren ist eine Option. Sie ermöglicht es, bereits vor Erreichen der Regelaltersgrenze ohne Abschläge in Rente gehen zu können. Die Altersgrenze für die abschlagsfreie Inanspruchnahme dieser Rente wird für die Geburtsjahrgänge ab 1952 stufenweise von 63 auf 65 Jahre angehoben. Wer beispielsweise 1957 geboren wurde und in diesem Jahr 63 wird, kann erst mit 63 Jahren und 11 Monaten abschlagsfrei in Rente gehen. Wer Abschläge in Kauf nimmt, kann sie auch früher erhalten.

Ob Sie Anspruch auf eine der möglichen Rentenleistun- gen für schwerbehinderte Menschen haben, hängt von der genauen Prüfung Ihres Einzelfalls ab. Dazu können Sie als Mitglied des SoVD unsere Sozialberatung in Anspruch nehmen. Ebenfalls bieten wir Unterstützung bei der Beantragung gegenüber der Deutschen Rentenversicherung. Sollte es zu Konflikten kommen, können Sie unsere juristische Hilfe in Anspruch nehmen. Wir geben Ihnen gerne eine Ersteinschätzung und beraten Sie als unsere Mitglieder kostenfrei.