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SoVD Projekt „InklusionsTaxi“ auf der Europäischen Taximesse
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Das Taxi-Projekt des SoVD, Landesverband Berlin-Brandenburg e.V. zur Einführung barrierefreier Taxis, gefördert durch die Aktion Mensch, warb mit einem eigenen Stand auf der Europäischen Taximesse am 4. und 5. November in Köln für seine Projektziele und um Unterstützung. Eine Schaufensterpuppe im Rollstuhl machte mit dem Ruf „(Inklusions)Taxi bitte“ auf sich und ihren Wunsch nach gleichberechtigter Mitnahme in einem Taxi aufmerksam.

Herr Mannkopf, Leiter des Projekts, und Herr Maubach, wissenschaftlicher Mitarbeiter, informierten die zahlreichen Besucher der Messe über die Zielstellung des Projektes eine ausreichende Zahl von barrierefreien Taxen im Taxigewerbe zu erreichen, um eine spontane Mobilität für bewegungseingeschränkte Menschen zu ermöglichen.

Ihre interessierten Gesprächspartner waren engagierte Taxiunternehmer, Gewerbevertreter aus den unterschiedlichen Regionen Deutschlands und des Bundesverbandes der Taxi- und Mietwagenbetreiber. Sogar eine Delegation aus Kolumbien war an den Erkenntnissen des Projekts interessiert, welche Fahrzeuge sich für die Behindertenbeförderung eignen und welche rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hierfür erforderlich sind.

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Auf der Taximesse zeigte die Autoindustrie (Citroen, Daimler, Fiat, Ford, Nissan, Opel, Skoda, Toyota und  Volkswagen) in aufwendigen Präsentationen ihre Produkte. Neben den üblichen Limousinen-Taxis stellten 7 von 9 Herstellern auch multifunktionale Vans zur Mitnahme von Rollstuhlnutzern aus. Zusätzlich waren viele Firmen präsent, die Taxifahrzeuge entsprechend umrüsten, so dass ein sehr hoher Anteil an barrierefreien Taxen angeboten wurde. Die Fahrzeugwirtschaft ist offensichtlich gerüstet, um die erforderliche Zahl von barrierefreien Taxen in den Markt zu bringen.

Taxi2In den Gesprächen, die am Stand des SoVD geführt wurden, wurde jedoch deutlich, dass trotz zahlreicher positiver Ansätze die administrativen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die flächendeckende Einführung dieser Taxis seitens der politisch Verantwortlichen noch hergestellt werden müssen. Das Projekt InklusionsTaxi will dies mit dem neuen Berliner Senat exemplarisch auf den Weg bringen und damit Orientierung für die Bundesebene bieten.

Neben den ausgestellten Fahrzeugen boten diverse Softwareanbieter Lösungen in der digitalen Vermittlung von Taxen, dem Flottenmanagement, Bezahl- und Abrechnungssystemen an. In angeschlossenen Kongressräumen wurden Tagungen und Diskussionsveranstaltungen des Bundesverbands der Taxi- und Mietwagenunternehmer und der IRU (International Road Transport Union) zu gewerbepolitischen Themen durchgeführt. (www.eurotaximesse.de).

Das Taxigewerbe sieht sich einer wachsenden Konkurrenz von neuen Mobilitätskonzepten ausgesetzt, die durch digitale Vermittlungstechniken und dem zukünftig möglichen autonomen Fahren den derzeitigen Taxiverkehr zu verdrängen drohen. Ein verlässliches Angebot des Taxigewerbes in der dienstleistungsintensiven Behindertenbeförderung könnte jedoch die Rolle des Taxis innerhalb des öffentlichen Nahverkehrs stärken.

Das Projekt InklusionsTaxi wurde durch die Erfahrungen auf der Taximesse in seinem Vorgehen bestärkt. Mit dem neuen Berliner Senat und seinen Akteuren soll in enger Zusammenarbeit mit dem Taxigewerbe die zeitnahe Etablierung einer ausreichenden Zahl von barrierefreien Taxen erreicht werden.

Geschrieben von redaktion@sovd