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Inklusion von Anfang an
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Frecher, jünger, lauter, war die Demonstration mit anschließender Kundgebung zum „Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung“ am 5. Mai. Das Motto „Inklusion von Anfang an “ wurde bewusst gewählt, um besonders junge Menschen mit Handicap eine bessere, selbstbestimmte Zukunft zu ermöglichen.  „Mensch du hast Recht! 70 Jahre Menschenrechte“ macht deutlich, wie lange schon für die Erfüllung der zugesicherten Menschenrechte für Menschen mit Behinderung gestritten wird.

Pünktlich um 14 Uhr setzte sich der Demonstrationszug vom Nollendorfplatz in Richtung Breitscheidplatz in Bewegung. Passanten am Rand des Demonstrationszuges für Inklusion ließen sich begeistert mitziehen und konnten der Kundgebung mit anschließender Podiumsdiskussion beiwohnen.

Hauptsprecherin war sicher Elke Breitenbach, Berliner Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, die verschiedenste Themen zur Inklusion und zur Verbesserung der Lebensumstände für Menschen mit Behinderung in ihrer Rede aufnahm. Besonders die bessere Mobilität und einen leichteren Zugang zu Arbeit und Wohnen, galt ihr Augenmerk. „Wir werden das Inklusionstaxi einführen. Das nötige Geld ist zur Verfügung gestellt, dafür möchte ich allen Kolleginnen und Kollegen im Senat danken. Das Inklusionstaxi ist eine Maßnahme zur besseren Mobilität für Menschen im Rollstuhl die es ihnen erlaubt selbstbestimmt und spontan mit Partnern und Freunden gemeinsam von A nach B zu fahren“ sagte Elke Breitenbach.

Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer Paritätischer Wohlfahrtsverband, legte anschließend kämpferisch dar, dass es immer noch nicht selbstverständlich für Menschen mit Behinderung ist, selbst ihr Leben gestalten zu können. Ob Wohnen, Arbeiten oder Wählen können, diese Menschen sind oft ausgeschlossen in der Gesellschaft und das im reichen Deutschland, das ist eine Schande.

Sowohl Elke Breitenbach und Ulrich Schneider besuchten dann den Infostand vom Sozialverband Deutschland, Landesverband Berlin-Brandenburg e.V. (SoVD) mit dem an diesem Tag passenderweise Inklusionstaxi mit all seinen Projektmitgliedern. Zum Teil mussten sich Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer lange in Geduld üben, bis sie endlich in das Inklusionstaxi fahren konnten um den geräumigen Innenraum des Taxis zu bestaunen.

Dominik Peter, Vorstandsvorsitzender des Berliner Behindertenrates und Organisator des Protesttages diskutierte mit Berliner Politikerinnen und Politiker auch über die Rolle des Berliner Senates in der Behindertenpolitik. „Wir brauchen keinen Bezirksbürgermeister, der von allen Bezirken Berlins ausgewählt wurde um Behindertenbeirat mitzuwirken,  sich aber bei den Sitzungen nicht einmal sehen läßt“, sagte Dominik Peter.

Der SoVD bedankt sich für die gute Organisation und hofft, dass auch in 2019 ein frecher, junger und lauter Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung stattfinden wird. „Wir können es uns einfach nicht schönreden, dass sich in 2019 „Alles zum Guten“ entwickelt hat und die Sozialverbände keinen Grund für eine Demonstration mit Forderungen an die Politik mehr benötigen,“ sagte Monika Koch 2. SoVD Landesvorsitzende.

 

Geschrieben von redaktion@sovd